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Titisee-Neustadt Hochfirst

Und obwohl er auf der Route zahlloser Wanderwege liegt, ist er allenfalls in der Region bekannt. Dabei bietet sich von der Aussichtsplattform des Turmes ein imposanter Blick auf das Feldbergmassiv, auf den Titisee und sogar bis zu den Alpen. Großartig nimmt sich von hier aus auch der Kandel aus, und die Bergrundungen im Titiseegebiet lassen ihren Ursprung durch den einstigen Feldberggletscher erahnen. Die Lage mag auch der Grund gewesen sein, hier einen Aussichtsturm zu errichten.

Der erste Turm überlebte gerade mal wenige Jahre. Drei Jahre nach Gründung der Neustädter Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe war durch dessen Initiative am 21. Mai 1888 mit dem Bau begonnen worden. Bereits am 16. September 1888 war feierliche Eröffnung. Der Holzbau wies die respektable Höhe von 35 Metern auf.

Am 23. Januar 1890 riess ein orkanartiger Sturm den Hochfirstturm aus der Verankerung und legte ihn unversehrt in eine Waldschneise. Noch im selben Jahr wurde mit dem Bau einer Eisenkonstruktion begonnen.

Der neue Turm wies zwar nur noch eine Höhe von 27,5 Meter auf, aber das genügte dennoch für eine herrliche Rundumsicht.

Seit Anfang an war der Hochfirstturm Ziel insbesondere der Hochschwarzwälder Bevölkerung. Insbesondere an den Wochenenden sowie an Feiertagen steigen oder fahren sie auf den Hausberg. Erfrischungsgetränke oder ein zünftiges Vesper sind im Berggasthof erhältlich. Übrigens ist der Gasthof nicht nur als Orientierungspunkt für Wanderrouten geeignet: Hier oben kann man sogar Urlaub machen und Erholung in einer unberührten Natur tanken.

Gäste, die am Turm ihr Vesper einnehmen, könnten sich durchaus auf der Nachbargemarkung aufhalten. Denn nur die nördliche Hälfte des Hochfirst gehört zu Neustadt, die südliche zu Lenzkirch.

Titisee- Neustadt besitzt mit der Hochfirstschanze die größte Naturschanze Europas. Sie wurde erst vor wenigen Jahren einer grundlegenden Sanierung unterzogen; seit 2001 messen sich hier die größten Skisprung- Talente in internationalen Wettkämpfen.

Unmittelbar nach der Weltcup-Eröffnung im finnischen Kuopio zog der Tross der Skispringer Anfang Dezember 2001 weiter in den reizvollen Kurort Titisee-Neustadt. Der Ausbau der großen Hochfirstschanze gemäß den offiziellen Bestimmungen der FIS (Fédération Internationale de Ski) war ein wichtiges Kriterium, um den Zuschlag für diese grandiose Veranstaltung zu erhalten. Jetzt wurden Sprünge bis zu einer Weite von 152 Metern erwartet. Viel Lob hat Europas größte Naturschanze nach ihrem Umbau bereits als sehr moderne Schanze erhalten. Gerühmt wurde zudem der gute Zustand und die Infrastruktur, zu der eine neue Beschneiungsanlage gehört sowie eine noch in der Planung befindliche Beleuchtungsanlage, um widrigen Witterungsverhältnissen zu trotzen und den Skispringern optimale Bedingungen zu liefern.

Ein gelungener Test für das Weltcup-Skispringen war die Einweihung der neuen großen Hochfirstschane im Februar 2001. Im Rahmen der Einweihungsfeierlichkeiten fanden gleichzeitig ein Mannschafts- und Einzelspringen beim Internationalen Cup statt. Durch diese Veranstaltung erwies sich Titisee-Neustadt als würdiger Vertreter für ein Weltcup-Skispringen. Ein reibungsloser Ablauf und 25.000 jubelnde Zuschauer machten die Veranstaltung zum Genuss.

Skispringen hat im Ski-Club Neustadt eine lange Tradition. Gustav Tröndle war bereitskannt als im Jahr 1911 auf den Schanzen siegreich. In den 1920-er und 30-er Jahren waren es Alfred Hermann und Willy Beckert, die sich als Skispringer einen Namen machten. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten Springer wie Karl Fischer, bekannt als “Allroundsportler”, Karl Beck, Horst Herbst und Rolf Karaczun die Reihe der erfolgreichen Wintersportler fort. Etwas später, am Ende der 1950-er Jahre, machte sich Wolfgang Happle auf internationaler Ebene einen Namen als Weitenjäger.

Ein großes Ereignis waren 1938 die Deutschen und Wehrmachts-Ski-Meisterschaften, die auf dem Feldberg und in Neustadt auf der Hochfirstschanze ausgetragen wurden. Am 13. Februar fand bei leichtem Schneetreiben vor 10.000 Zuschauern in Neustadt der Spezial-Sprunglauf statt. Franz Haselberger siegte mit einer Weite von 57 Metern.