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Bad Dürrheim Hochemmingen

Hochemmingen ist der größte Stadtteil Bad Dürrheims. Das Dorf liegt exponiert auf einem abgestumpften, fruchtbaren Berg am östlichen Ende der Baar, der eine beeindruckende Aussicht bietet. Die Ortschaft, ein alemannisches Haufendorf, liegt zentral in der 981 Hektar großen Gemarkung und erstreckt sich vornehmlich von Nord nach Süd.

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Die Böden Hochemmingens sind fruchtbar. Wegen des tonreichen, kalten Erdreichs sind sie aber schwer zu bearbeiten. In Senken neigen die Böden außerdem leicht zu Versumpfungen. Allerdings sind die früheren Niedermoore nahezu ganz entwässert worden. Geologisch gesehen liegt Hochemmingen auf dem Sattel der zweiten Übergangsstufe zum Jura. Den höchsten Punkt erreicht die Gemarkung in einer nordwestlich gelegenen Anhöhe, dem "Eckbühl", mit 799,2 m ü. d. M.

Die Lage Hochemmingens am Ostrand der Baarhochmulde hat zur Folge, dass an deren tiefstem und damit kältesten Punkt extreme Tiefsttemperaturen erreicht werden (bis zu -33,6 Grad).

Der Name Emmingen soll von dem alemannischen Personennamen Emo abgeleitet sein. Der Ortsname wurde erstmals als Omingin 1120 in einer Urkunde Papst Calixt II. für das Kloster Sankt Blasien erwähnt. 1256 war die Schreibweise Emmingen, 1409 Emmingen vor dem Walde und 1579 Hochemmingen in der Herrschaft Höwen.

Auf die Hallstattzeit (800 bis 450 v. Chr.) geht die keltische Abschnittsburg auf dem nahe gelegenen Türnleberg (790 m) zwischen Schwenningen am Neckar und Hochemmingen zurück. Die Anlage wurde vermutlich von einem Stammesfürsten als Fliehburg erbaut. Die Abschnittsburg erhebt sich etwa 25 Meter über die nächste Umgebung und war rundum durch Wallgräben gesichert. Am Fuß des Berges befinden sich mehrere hallstattzeitliche Hügelgräber. Im größten Grabhügel südlich des Türnlebergrückens ist ein Burgherr der keltischen Abschnittsburg bestattet.

Im Jahr 1113 wurde der Fronhof von Hochemmingen vom Freiherren von Hochemmingen dem Kloster Sankt Blasien geschenkt (erste urkundliche Erwähnung Hochemmingens). Dieser Fronhof kam 1739 an das Kloster Sankt Georgen im Schwarzwald und wurde 1786 in zwei Höfe aufgeteilt. Da die einstige Zehntscheuer 1669 vollständig abbrannte, wurde der über dem Eingang eingesetzte Sandstein mit dem Wappen Kaspars I. vom Jahr 1549 vermutlich beim Wiederaufbau der Zehntscheuer in den Neubau eingefügt.

Ein zweiter Fronhof gehörte dem Kloster Amtenhausen, dem ältesten von Sankt Georgen gegründeten Frauenkloster. Dieser Hof wird in allen Urbaren von 1312 bis 1508 an erster Stelle aufgeführt und war immer bewirtschaftet. 1312 wurden zum Fronhof Äcker sowie Zinsgüter aufgezählt, 1329 wurden diese nicht mehr genannt und waren offenbar auf das bäuerliche Lehnsgut verteilt. Dieses war wahrscheinlich das Vogtslehen des Grafen Wolfgang zu Fürstenberg, von dem es in einer Urkunde vom 24. April 1497 heißt: „Heinrich von Buoch hat sich und seinen Bruder die nachgenannten Stücke vom Grafen Wolfgang zu Fürstenberg zu rechtem Mannslehen empfangen: die Vogtei zu Hochemmingen.“

Vom 11. Jahrhundert an hatten die Freiherren von Wartenberg (vormals Ritter und Edle von Geisingen genannt) die Herrschaft über Hochemmingen und andere Ortschaften der Baar inne. Im Jahr 1281 starb die männliche Linie dieser Freiherren aus, doch Anna, die Tochter des letzten Freiherren von Wartenberg, heiratete Heinrich I., Graf in Freiburg im Breisgau und Badenweiler. Ihre Tochter, Verena, wurde 1307 mit Heinrich II. von Fürstenberg-Baar getraut, sodass Hochemmingen 1321 erblich an die Grafen von Fürstenberg kam. Es gab auch eine wartenberg-fürstenbergische Dienstmannfamilie "von Emmingen", die aber schon früh ihren Besitz an Hochemmingen aufgab und im 15. Jahrhundert ausstarb.

In der Nähe der hallstattzeitlichen Abschnittsburg auf dem Türnleberg befand sich im Mittelalter auf einem Plateau ein Burgstall. Dieser Burgstall wurde mehrfach urkundlich erwähnt. Erstmals 1349, dann 1570 und schließlich 1703 als "Burg Falkenstein". Dieser Burgstall sicherte im Mittelalter einen von Villingen kommenden und über Hochemmingen an die Donau führenden Handelsweg.

Zu Beginn des Bauernkrieges 1524 verweigerten die Hochemminger dem Bauernführer Hans Müller von Bulgenbach die Gefolgschaft. Sie begründeten ihr Fernbleiben von den Bauernaufständen damit, dass sie bei den Herren von Fürstenberg verbleiben wollten, weil diese es gut mit den armen Leuten meinten.

Schon 1632 wurde die Kirche bei der Besetzung durch die Schweden teilweise zerstört und ihrer Glocken beraubt. Der Generalfeldzeugmeister in schwedischen Diensten Georg Friedrich vom Holtz zu Niederholz plante von hier aus die Wasserbelagerung der Stadt Villingen.

Infolge der napoleonischen Kriege und der Mediatisierung im Reichsdeputationshauptschlusses wurde das fürstlich-fürstenbergische Hochemmingen 1805 kurzzeitig württembergisch, später dann badisch.

1697 findet sich die erste Mitteilung über Lehrer und Schule in einer Kirchenfondsrechnung über eine Ausgabe an den „Schulmeister für geleisteten Fleiß im Kirchengesang“. Nach dem Urbar von 1788 wurde die „Normalschule“ eingeführt und 1858 wurde das ehemalige Schulhaus mit Rathaus und Lehrerwohnung erbaut.

Zweimal wurde Hochemmingen von schweren Bränden heimgesucht. Bei dem großen Brandunglück von 1602 brannte das ganze Dorf ab. Ein "Jauner" (Dieb), dem die Hochemminger die Nachtherberge abgeschlagen hatten, setzte das ganze Dorf in Brand. Nur die Kirche blieb verschont. Bei der zweiten Feuersbrunst 1669 wurden zahlreiche Gebäude wie die Zehntscheuer zerstört. Bei diesem zweiten Brand war auch die Kirche betroffen. Nur das Bild der Heiligen Dreifaltigkeit blieb verschont. 1790 zählte Hochemmingen 270 Einwohner.

1814 zählte Hochemmingen 62 Häuser und 385 Einwohner. Für 1814 ist auch ein badisch großherzoglicher Wehrzoll in Hochemmingen bezeugt. Im März 1838 brachen in Hochemmingen die Pocken aus. An den Pocken erkrankte ungefähr jeder zehnte Einwohner Hochemmingens, das damals rund 400 Einwohner zählte. Von Hochemmingen aus verbreitete sich die Krankheit in die benachbarten Orte Aixheim, Weigheim und Tuningen. Die Pockenepidemie endete im Juli 1838.

Die Gemeindevorsteher Hochemmingens und sieben anderer Gemeinden versammelten sich am 13. April 1848 in Sunthausen. Sie beschlossen, den Aufrufen von Friedrich Hecker und Gustav Struve keine Folge zu leisten; die Vertreter von Villingen und Dürrheim unterzeichneten den Beschluss als einzige nicht. Zur Zeit der 48er Revolution wohnen in Hochemmingen 458 Menschen, deren Zusammensetzung wie folgt aussah: 83 Familien, 7 evangelische Einwohner, 451 katholische Einwohner, 226 Männer, 232 Frauen. 1852 gehörte Hochemmingen zum Amt Donaueschingen und zum Kreis Seekreis.

Bis in die 1970-er Jahre gab es in Hochemmingen noch 75 landwirtschaftliche Betriebe, heute sind es nur noch ein halbes Dutzend. Das ehemals selbstständige Dorf wurde am 1. Januar 1972 in die Stadt Bad Dürrheim eingemeindet und gehört somit jetzt zum Schwarzwald-Baar-Kreis. Es ist der einwohnerstärkste Ortsteil Bad Dürrheims. Er hat eine eigene Ortsverwaltung mit Ortsvorsteher und Ortschaftsrat.