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Oppenau Kloster Allerheiligen

Unbedingt sehenswert sind bei Oppenau die Ruine der einst großen Klosteranlage von Allerheiligen sowie in unmittelbarer Nähe die Allerheiligenwasserfälle. Das Kloster Allerheiligen im Ortsteil Lierbach geht auf eine Stiftung von Uta von Schauenburg zurück. Das Kloster wurde zwischen 1191 und 1196 gegründet. Uta berief den Orden der Prämonstratenser in das Kloster. Sie verwalteten auch die zum Kloster gehörenden Güter und betreuten die umliegenden Pfarreien. Seit dem späten 13. Jahrhundert kamen viele Pilger nach Allerheiligen.

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Das Kloster Allerheiligen ist ein heute noch als Ruine vorhandenes ehemaliges Prämonstratenser-Chorherrenstift auf der Gemarkung von Oppenau im Schwarzwald. Das im Lierbachtal, einem Seitental des Renchtals, gelegene Stift bestand von etwa 1195 bis zu seiner Säkularisation 1803 und hatte in dieser Zeit durch seelsorgerische Aufsicht und Klosterschule religiösen und kulturellen Einfluss auf Gebiete des mittleren Schwarzwalds, insbesondere auf das Rench- und das Achertal.

Obwohl an der Gründung Allerheiligens die führenden Adelsgeschlechter Süddeutschlands beteiligt waren und das Stift 1657 zur Abtei erhoben wurde, blieb es auf einen regionalen Wirkungskreis beschränkt und trotz seines langen Bestehens in seiner politischen Bedeutung hinter anderen süddeutschen Klostergemeinschaften zurück. Nach der Auflösung des Stifts zerfielen die Gebäude, bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Ruinen als touristische Attraktion wiederentdeckt wurden.

Allerheiligen wurde auf einem abgelegenen und bis ins 19. Jahrhundert nur schwer erreichbaren Platz auf den Schwarzwaldhöhen oberhalb der Büttensteiner Wasserfälle, auf der straßburgischen Seite der damaligen Bistumsgrenze zwischen dem Bistum Straßburg und dem Bistum Konstanz, gegründet. Der Platz des Klosterbaus in einer Mulde zwischen Schliffkopf und Eselskopf auf 620 Höhenmeter soll durch einen Esel bestimmt worden sein, der oberhalb dieser Stelle einen Geldsack abgeworfen haben soll, der dann bis in die Talmulde an den zum Klosterbau bestimmten Ort gerollt sei.

Als realer Kern der Sage könnte die Tatsache gesehen werden, dass das Kloster im 12. Jahrhundert noch nicht über das Lierbachtal, sondern nur mühselig über einen lediglich mit Maultieren oder Eseln begehbaren Pfad über den Sohlberg erreicht werden konnte. Gleichzeitig sind Gründungssagen, die eine zufällige oder gottgewollte Ortswahl proklamieren, für das Mittelalter durchaus verbreitet und könnten darauf hinweisen, dass der gewählte Platz zu späteren Zeiten nicht unumstritten war.

An dem Ort, an dem der Esel den Geldsack abgeworfen haben soll, wurde eine der Heiligen Ursula geweihte Kapelle errichtet, die erstmals 1352 erwähnt wurde und bis ins 19. Jahrhundert bestand.

Um 1195 oder 1196 wurde die Gründungsurkunde für ein Prämonstratenser-Chorherrenstift, von der nur undatierte und vermutlich veränderte Abschriften überliefert sind, von der kurz zuvor von Welf VI. verwitweten Herzogin Uta von Calw, die in diesen Abschriften als Uta von Schauenburg erwähnt wird, ausgestellt und vom in Oberehnheim weilenden staufischen Kaiser Heinrich VI. bestätigt. Als Gründungsdatum Allerheiligens wird unter Verweis auf die Dauer einer Stiftsgründung oft das Jahr 1192 angesehen, andere Datierungen bringen das Todesjahr Welfs VI., 1191, mit der Gründung in Zusammenhang oder gehen auf Basis späterer Urkunden von einem noch früheren Zeitpunkt der Gründung aus.

Die Stiftung umfasste neben dem eigentlichen Grund und Boden des Stifts, der ungefähr durch die Hänge von Schliffkopf, Braunberg, Sohlberg, Eselskopf und Melkereikopf begrenzt wurde, lediglich fünf teilweise weit voneinander entfernte Höfe im Renchtal und dessen Seitentälern, ein Waldstück, Fischfangrechte sowie als wertvollsten und umstrittensten Besitz das Patronat über die Kirche von Nußbach mit dem zugehörigen Kirchenzehnten. Da das erste Klostersiegel fünf „Mönche“ zeigt, wird vermutet, dass die Stiftung der fünf Höfe den Lebensunterhalt ebenso vieler Chorherren sichern sollte und die Gemeinschaft zu Beginn aus fünf Personen bestand.

Im teilweise nur in Randlagen erschlossenen Schwarzwald hatten die miteinander verwandten Adelsgeschlechter der Zähringer, Staufer und oberschwäbischen Welfen umfangreichen Besitz. Besitzstreitigkeiten dieser Familien im Schwarzwald spiegelten hierbei deren Konflikt um politischen Einfluss auf Reichsebene wider. Grundlage der Stiftung Utas, die eine Tochter des Pfalzgrafen Gottfried von Calw und Liutgards von Zähringen war, bildete das aus ihrem elterlichen Erbe stammende Wittum. Der einzige Sohn aus der Ehe Utas und Welfs VI., Welf VII., war bereits 1167 gestorben, Uta selbst zum Zeitpunkt der Gründung bereits über 70 Jahre alt.

Vermutlich war ein Streit um den Eigenbesitz Utas und dessen Verwendung wesentlicher Antrieb der Klostergründung, da die Staufer aufgrund einer Erbvereinbarung mit Welf VI. das Erbe der schwäbischen Welfen beanspruchten und sich damit in der Ortenau die Machtbalance zwischen den Zähringern, den Staufern und dem Hochstift Straßburg veränderte. Die Gründung des Stifts könnte damit auch dazu gedient haben, Grenz- und Besitzstreitigkeiten um die Grundherrschaft des noch unerschlossenen Gebietes zu verhindern. Diese Interpretation wird gestützt durch die spärliche Ausstattung des Stifts, die zusammen mit der sich abseits aller Verkehrswege befindenden Lage verhinderte, dass Allerheiligen eigenständigen politischen Einfluss erreichen konnte. Neben der Gründung Allerheiligens bedachte Uta aus ihrem Eigentum auch die den Grafen von Calw verbundenen Klostergemeinschaften in Hirsau und Sindelfingen, Erben ihres Eigenbesitzes wurden nicht die Staufer, sondern die Grafen von Eberstein.

Zwar war die Hauptzeit der Gründung von Stiften nach den Regeln Norberts von Xanten in Südwestdeutschland Ende des 12. Jahrhunderts bereits vorüber und die Wahl dieses Ordens für ein abseits gelegenes Kloster aufgrund der starken seelsorgerischen Orientierung der Prämonstratenser ungewöhnlich, Utas Wahl der Prämonstratenser könnte jedoch von der Tatsache geleitet worden sein, dass Welf VI. das ebenfalls prämonstratensischen Regeln folgende Kloster Steingaden gegründet hatte und dort zusammen mit seinem Sohn auch begraben ist. Teilweise wird aus dieser Analogie auch geschlossen, dass Uta Allerheiligen als Grablege für sich vorgesehen haben könnte. Da Uta vermutlich vor 1200 verstarb, wurde sie im zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellten Stift aber mit Sicherheit nicht begraben.

1200 bestätigte Heinrichs Nachfolger Philipp von Schwaben die Stiftung erneut und sicherte ihr nochmals Reichsunmittelbarkeit, Vogteifreiheit und das Kirchenpatronat über Nußbach zu.

Nach dem Tod Utas scheint der Bau des Stifts nur langsam vorangekommen zu sein und teilweise auch über längere Zeit geruht zu haben. Die ältesten noch erhaltenen Bauteile der Ruine der Klosterkirche aus lokalem Buntsandstein werden auf Anfang bis Mitte des 13. Jahrhunderts datiert und sind stilistisch der Straßburger Bauhütte zuzuordnen. An der Ruine des kreuzförmigen Kirchenbaus sind noch Stilmerkmale aller Bauphasen des Kirchengebäudes von Spätromanik bis zur Spätgotik zu erkennen. Der Westteil des Gebäudes bestand aus einem dreischiffigen spätgotischen Langhaus mit spätromanischer Fassade im Eingangsbereich. Der wie die Querschiffe viereckig ausgeführte Chor der Ruine weist frühgotische Stilelemente in den Kapitellen und den Gewölberippen auf, die auf einen Zeitraum von circa 1220 bis 1250 datiert werden und damit zu den ältesten bekannten gotischen Bauformen am Oberrhein zählen. Die rechteckige Vierung war von einem Turm bekrönt. Der Kapellenanbau am südlichen Querschiff ist äußerlich noch erhalten und weist im Innern das vollständige sechsteilige Gewölbe mit Schlussstein auf, dieser weist Ähnlichkeiten mit dem Patronatswappen des Stifts Allerheiligen auf.

Bereits der letzte Bischof des alten Straßburger Bistums, Louis René Édouard de Rohan-Guéméné, erwog die Aufhebung des Stifts Allerheiligen, als er nach seiner Flucht ins rechtsrheinische Ettenheim im Zuge der Französischen Revolution dringend finanzielle Mittel benötigte. Nachdem Baden im Rahmen der Säkularisation und im Vorgriff auf den Reichsdeputationshauptschluss die rechtsrheinischen Gebiete des Hochstifts Straßburgs besetzt hatte, hob Karl Friedrich von Baden das Stift am 29. November 1802 auf und zog den gesamten Stiftsbesitz ein.

Am 6. Juni 1804 beschädigte ein weiterer Brand, hervorgerufen durch Blitzschlag in den Turm der Klosterkirche, das Areal. Das Kirchendach und der obere Stock des Klausurgebäudes brannten aus. Zwischen 1805 und 1808 wurden die Altäre und die Kunstausstattung des Stifts an die umliegenden Pfarrkirchen verkauft oder von der großherzoglichen Verwaltung verschenkt. Der Apostelfürsten- und der Magdalenenaltar sowie der Kreuzaltar mit der Darstellung Norberts von Xanten, eine Allerheiligen-Darstellung und vier Holzstatuen gelangten für insgesamt 600 Gulden in die Pfarrkirche von Bad Peterstal, Orgelteile und der Antoniusaltar nach Oppenau, zwei Altäre nach Kappelrodeck sowie Statuen von Augustinus und Norbert von Xanten nach Nußbach. Drei Statuen des Klosters Allerheiligen gelangten nach 1827 an das Kloster Lichtenthal, wo sie über dem Portal der Fürstenkapelle angebracht wurden. Sie stellen die Heilige Helena, Uta von Schauenburg sowie Gerungus dar.

Die verbliebenen Bestände der Bibliothek der Abtei, die bereits 1788 über 5000 Titel umfasste, wurden in die Hofbibliothek nach Karlsruhe sowie in die Universitätsbibliothek Heidelberg abgegeben. Das Archiv der Abtei wurde zwischen 1803 und 1805 in das Generallandesarchiv Karlsruhe verbracht, wo es weiterhin verwahrt wird. Bis auf den Westflügel, der als Forsthaus verwendet wurde, und ein Ökonomiegebäude wurde die Anlage aufgegeben. Bereits 1820 stürzte die Klosterkirche ein.

Erste Beschreibungen zum Kloster als touristischer Sehenswürdigkeit erschienen bereits in den 1820er Jahren. Im Forsthaus im Westflügel wurde von Förster Mittenmeier 1844 eine Gaststätte eingerichtet, nachdem ab 1840 die Büttensteiner Wasserfälle über das Lierbachtal touristisch erschlossen wurden und auch die Ruine der Abtei im Zuge der Romantik weitere Reisende anzog. Ebenfalls 1840 verbot die badische Forstdomäne die Benutzung der Ruine als Steinbruch und begann wenige Jahre später mit der Sicherung des Geländes und Erhaltungsmaßnahmen an der Ruine. 1853 besuchte Karl Baedeker die Reste der Abtei und beschrieb sie in seinem Reiseführer, was die Besucherzahl weiter steigerte. 1871 wurde die Gaststätte zu einem dreistöckigen Kurhotel erweitert, und 1887 entstand ein zweites Hotelgebäude.

1947 erwarb der Caritasverband Mainz das Hotelareal und errichtete ein Kurheim für Kinder. Seit 1978 wird dieses als Landschulheim und religiöse Tagungsstätte weitergeführt. Das Bistum Mainz errichtete 1960 eine Kapelle.

Das Gelände der Klosterruine befindet sich im Eigentum des Landes Baden-Württemberg, das seit 1995 im wiederhergerichteten Ökonomiegebäude eine Dauerausstellung zur Geschichte Allerheiligens eingerichtet hat. Seit 1991 wird das Kirchenschiff für jährlich im Juli stattfindende Freilichtaufführungen genutzt.

Von der Abtei blieben neben Ruinen im Bereich der Klosterkirche lediglich Teile der Gartenanlage, der als Forsthaus und später als Hotel weitergeführte Gebäudeteil sowie das Ökonomiegebäude.

Von der Kirche erhalten sind vor allem die Westfassade, die südlichen Arkaden des Langhauses, die Seitenkapelle des südlichen Querschiffes sowie der Abschluss des nördlichen Querschiffes mit Treppenhaus. Von den nördlichen Arkaden des Langhauses sind die Sockel noch erhalten. Am südlichen Querschiff ist der Anschluss des Klausurgebäudes noch erkennbar. Mauerreste des östlichen Konventsgebäudes wurden zwischen 1976 und 1980 freigelegt. Die auf drei Terrassen angelegte spätbarocke Gartenanlage ist teilweise noch gut erhalten, von der oberen Terrasse sind die Becken und die Balustradeneinfassung vorhanden.

In Volkssagen der Region spielt das Stift bis heute eine bedeutende Rolle, beispielsweise in der vor allem rund um Oppenau populären Figur des Moospfaffs, eines Geistlichen, der, nachdem er im Dreißigjährigen Krieg auf dem Weg zu einer letzten Ölung eine Hostie verloren habe, noch heute auf der Suche nach der Hostie auf der Moos umherwandere und Menschen irreführe.

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