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Sankt Georgen Schwarzes Tor

Das Schwarze Tor, ein Kleinbauernhaus von 1803 in Sankt Georgen im Schwarzwald, beherbergt das Heimatmuseum mit den Schwerpunkten „heimisches Handwerk“ und „bäuerliches Brauchtum“. Die Zeitreise führt durch eine original erhaltene Schwarzwälder Rauchküche, eine Bauernstube mit Kachelofen, eine Schlafkammer mit Himmelbett, ein Trachtenzimmer mit dem bekannten Schäppel zu zwei Räumen, die das heimische Uhrmacherhandwerk zeigen.

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In der Tenne sind bäuerliche Gerätschaften sowie zwei Handwebstühle, eine Uhrenschildermalerei, Küfer- und Schlosserwerkstatt. Eine Schuhmacherwerkstatt , die Strohflechterei, das Hafnerhandwerk, Schindelmachen, Korbflechten, „Diechelebohren“ (Herstellung hölzener Wasserleitungsrohre) runden alles ab.

Die St. Georgener Tracht wird, außer in St. Georgen, auch in den Ortsteilen Brigach, Langenschiltach, Oberkirnach, Peterzell und Stockburg getragen. Darüber hinaus aber auch in evangelisch Tennenbronn, Buchenberg, Erdmannsweiler, Mönchweiler, Schabenhausen und Weiler. Die älteste, bisher bekannte Aufzeichnung über unsere Tracht stammt aus dem Jahre 1795. Die Sonntags- Feiertagstracht für Frauen wird darin wie folgt beschrieben:

„Schwarzzeugener Rock oder Wilfling, Schlupfrock (Unterrock), Wullen Hemd, Fürtuch, grüne oder schwarze Kappe, weiße Haube, Flor, Goller, Brusttuch, Weste, Gürtel, ein Paar weißwollene Strümpfe, ein Paar Schuhe” . Daraus ist zu ersehen, daß viele Teile der heutigen Tracht schon damals gebräuchlich waren. Über Jahrhunderte hinweg bestimmte die vom Herzog von Württemberg erlassene Kleiderordnung die Art der Stoffe.

So wurde den “Gemeinen Bauersleuth” (de Gwehnliche) vorgeschrieben, daß sie nur Stoffe aus Flachs (Riesternes) und Schafwolle tragen durften, für deren Herstellung jeder selbst zu sorgen hatte. Zunächst wurden die Stoffe in ihren natürlichen Farben getragen (rohweiß, grau oder braun). Erst später, als in der höfischen Mode die aus Spanien eingeführte schwarze Farbe populär wurde, durften auch die einfachen Leute ihre Stoffe färben. Bei unserer Tracht hat sich dieses Schwarz bis heute erhalten. Es galt schon immer als vornehm und feierlich.

Die Küche im Schwarzen Tor ist in weiter Umgebung die einzige, noch original erhaltene Schwarzwälder Rauchküche. Im allgemeinen war sie schwarz und dunkel, manchmal sogar ohne Fenster, immer aber ohne Schornstein. Ein Rauchfanggewölbe (’s Gwelm) aus Sandstein Stroh und Lehm leitete den kalten Rauch in den Dachraum, wo er langsam durch das Dach abzog. Die Oberseite des Rauchfanggewölbes ist vom darüberliegenden Stockwerk aus hinter Glas zu besichtigen. In diesem Gewölbe hingen die Speckseiten und Würste aus der Hausschlachtung, und das so langsam Geräucherte ist eine ganz besondere Delikatesse des Schwarzwaldes.

Unter dem Rauchfang steht ein ursprünglich gemauerter, später ein eiserner Tischherd. In der Küche befindet sich auch das Feuerloch, durch welches mit “Reiswellen” der Kachelofen in der Stube beheizt wurde. In Verbindung mit dem Küchenherd wird im Strohflechtzimmer eine Kachelwand beheizt. Diese sogenannte “Kunst” war eine wärmende Wand. Der Rauch wurde durch Züge in der hohlen Wand über Kopfhöhe wieder in das Küchengewölbe zurückgeleitet. Für den Kachelofen galt das gleiche Funkt!onsprinzip.

Auf dem Fußboden liegen noch die Original Sandsteinplatten, an der Fensterwand ein aus Sandstein eingemauerter Schüttstein. Typische Geräte aus der “alten Zeit” schmücken unsere Küche. Bemalte Teller, z.T. aus der Keramikmanufaktur Zell a. Harmersbach, sehr alte Getreidemaße, ein Butterfaß, Decken- u. Standwaage, ein Blasebalg und verschiedene Krauthobel, auf dem Herd sogar ein irdener Kochtopf, ein Waffeleisen. Lauter Gegenstände, die in der Bauernküche nicht fehlen durften.
So sehr wir uns heute über diese Küche freuen, so glauben wir doch, daß die Frauen, die in einer solchen Küche stundenlang ohne elektrisches Licht und fließendes Wasser arbeiten mußten, unsere Bewunderung verdienen.

Neben der Küche war die Stube der einzige beheizbare Raum im alten Schwarzwälder Bauernhaus. Ein großer Kachelofen wurde von der Küche aus beheizt und sorgte für eine gemütliche, mollige Wärme und Atmosphäre. Die Ofenbank war ein gern benutzter Platz an kalten Wintertagen. Die Ofenstängle über dem Kachelofen dienten zur Trocknung der Regenkleidung aber auch zum Trocknen von Wäsche und waren so eine wichtige Einrichtung in der Bauernstube.

Die Stube war Eß- und Aufenthaltsraum für die ganze Familie. Für die Hausfrau war sie zugleich der Ort zum Flicken und Stricken. Auch das Spinnrad zum Wolle und Flachs spinnen hatte hier seinen Platz. Zu jeder Bauernstube gehörte auch der eingebaute Wandschrank, den Sie hier noch im Original sehen. Er beinhaltete alles was wertvoll und schön war, seien es Dokumente, Gläser, Geschenke usw. aber natürlich auch ein Fläschle “Kriese-Wasser“ (Kirschwasser) mit dem man liebe Gäste begrüßte.

In unserer Stube sehen Sie eine Petroleumlampe, die für die notwendige Beleuchtung sorgte, über dem Tisch. Auch eine Petroleum Tischlampe ist vorhanden. Im Ofenwinkel hängen zwei Schulranzen aus Holz, Vorläufer unserer heutigen Schulranzen.

Im sogenannten Herrgottswinkei sehen Sie auf einem kleinen Podest eine Bibel an Stelle des sonst üblichen Kruzifixes, was in einer evangelischen Gemeinde üblich war. Ein kleiner Vogelkäfig ist noch erhalten, auf dem Kachelofen sind eine “Bettflasche” (auch Wärmflasche genannt), und ein Bügeleisen zu sehen.

Am Ausgang zum Strohflechtzimmer sehen Sie einen Quecksilberbarometer (Wetterglas), auf dem der Bauer das Wetter für den folgenden Tag ablesen konnte. An der Türe hängt der sogenannte “Türhuddel”. In der kalten Jahreszeit spielte sich die tägliche Körperhygiene der ganzen Familie in der warmen Stube ab. Die Tücher zum Abtrocknen (Huddel) wurden nach Gebrauch zum Trocknen an der Türe aufgehängt und mit einem Übertuch, das mit besonders schön gestickten Sprüchen, vorwiegend religiösen Inhalts verziert war, überdeckt.

Schon bald nach der Erfindung der Wanduhr gehörte diese zum Inventar einer Schwarzwälder Bauernstube. Die Strohflechterei, die in arger Notzeit für die Ernährung der Familie sehr wichtig wurde und später die Uhrmacherei, nahmen in der Bauernstube ihren Anfang.

Öffnungszeiten

Mai-September: Jeden Sonntag 14.00-17.00 Uhr
Oktober-April: Jeden 1. Sonntag im Monat 14.00-17.00 Uhr

zusätzlich Juni bis September: Jeden Dienstag um 10.30 Uhr Sonderführung
Gruppenführungen sind auch an anderen Tagen und zu anderen Zeiten möglich.