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Triberg Galgen

Auf der Höhe des Kesselberges bei Triberg in unmittelbarer Nähe der Verbindungstraße Schonach-Schönwald-Villingen und der Abzweigung nach St. Georgen und Furtwangen (Rohrbach) stehen als eines der wenigen erhaltenen Denkmale aus längst vergangenen Tagen zwei mit Eisenband verstärkte Streinpfeiler.

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Durch einen hölzernen Querbalken verbunden, bildeten sie den ehemaligen Galgen der Herrschaft Triberg.

“Es muß fast eine Lust gewesen sein, am Triberger Galgen zu sterben. 1002 Meter über Meereshöhe gelegen, wozu für die armen Sünder in ihren letzten Minuten noch ein paar Meter mehr kamen, bot der jahrhundertealte Galgenplatz der ehemaligen Herrschaft Triberg einen wundervollen Abschiedsblick auf die Schönheiten der Welt und insbesondere des hohen und des mittleren Schwarzwaldes.”

So begann Hans Keller seine Triberger Galgengeschichte in der Stuttgarter Zeitung vom 11. Juli 1962. Der Grund für die Wahl dieser Stelle zum Hochgericht erfolgte mit Sicherheit nicht nur wegen des herrlichen Ausblicks als letzte Vergünstigung für den Verurteilten, vielmehr stoßen hier die Grenzen verschiedener Orte aufeinander, ein symbolischer Hinweis auf die Hinrichtungsstätte der ganzen Herrschaft.

Spätestens seit 1349 mit der ersten urkundlichen Erwähnung besaß die Herrschaft Triberg einen Galgen. Nach einer Darstellung auf einer Karte des Klosters St. Georgen um 1500 handelte es sich ursprünglich wohl um ein einfaches Holzgerüst, das sptäer (1721) durch Pfosten aus Sandstein und ein Querholz ersetzt wurde. Die Jahreszehl ist in den südöstlichen Steinpfleiler eingemeißelt, während der andere zwei Initdialien trägt, bei denen es sich um Steinmetzzeichen handeln dürfte. 1721 war nämlich der letzte Galgen zum stolzen Preis von 170 Gulden errichtet worden, während der hölzerne Vorgänger von 1700 lediglich gut fünf Gulden gekostet hatte, dafür aber weit weniger dauerhaft war.

Die Verurteilten – und man wurde damals ganz schnell für nach heutigem Verständnis geringfügige Vergehen zum Tod durch Erhängen verurteilt – wurden wohl durch das Nußbacher Schelmenloch zum Galgen geführt. Die letzte Hinrichtung erfolgte hier im Jahr 1776, bevor die Todesstrafe in Österreich (wozu Triberg gehörte) 1786 abgeschafft wurde.