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Winzerdorf Blansingen bei Efringen-Kirchen

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Auf Blansinger Gemarkung bezeugen archäologische Funde die Anwesenheit von Menschen bereits in der Steinzeit. Auch die Römer ließen sich hier nieder, wofür die "Römerstraße" und ein mutmaßlicher römischer Gutshof sprechen.

Das heutige Dorf ist eine Gründung des frühen Mittelalters. Seine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1094, als durch Vermittlung des Herzogs Berthold II. von Zähringen das Kloster St. Georgen im Schwarzwald Besitz in "Plansingen" erhielt. 1113 übertrug Walcho von Waldeck seine Güter in Blansingen und Kleinkems dem Koster St. Blasien, wahrscheinlich auch den dortigen Dinghof, den das Kloster später besaß. Weitere Grund- und Zehntherren waren das Basler Domstift, die Deutschordenskommende, das Peterstift Basel, die Johanniterkommende Rheinfelden, die Klöster Istein, Lützel im Jura und Olsberg bei Rheinfelden. Das Dorf kam nach dem Aussterben des 1169 und 1223 erwähnten Ortsadels an die Herrschaft Rötteln. Um 1344 besaß auch das Kloster Weitenau Grundstücke in Blansingen. Das Kloster St. Georgen trat 1464 seine Blansinger Höfe an den Markgrafen Rudolf IV. von Hachberg-Sausenberg ab.

Mitten im Dorf stand bis zur Reformation die St. Georgs-Kapelle als Besitz des Schwarzwaldklosters St. Georgen. Später wurde sie umgebaut und diente lange als Rathaus (heute Gemeindehaus der Ev. Kirche). 1574 beginnen die ersten Aufzeichnungen im Kirchenbuch Blansingen. Das Dorf erhielt 1590 eine eigene Schule, die auch von den Kindern aus Kleinkems und Welmlingen besucht wurde. Blansingen ist ein alter Gerichtsort. Daran erinnert noch der Gewanname "Im Gerichtsstuhl" südlich des Dorfes. Ein Blickfang im Ortskern ist der vor rd. 200 Jahren von Matthäus Abt geschaffene Röhrenbrunnen. Eine geschlossene Gruppe bilden die altehrwürdige Pfarrkirche mit dem mächtigen Turm von 1497/98, der alte Pfarrhof von 1561, die ehemalige Schule von 1740 und der Friedhof.

1954 wurden in der Kirche bei Instandsetzungsarbeiten Fresken entdeckt. Im Zuge der Kirchenerneuerung 1955/56 legten die Restauratoren Überwasser und Brodwolf diese Wandmalereine frei und restaurierten sie sorgsam. Die bedeutenden Fresken aus der Zeit um 1440 zeigen an der Nordwand die Passion des Herrn, an der Südwand die Petruslegende, auf der Ostseite die Darstellung der Klugen und Törichten Jungfrauen und auf der Westseite das Jüngste Gericht. Aus neuester Zeit stammt das Altarkreuz aus Tomback (Kupfer-Zink) mit 12 Jaspissteinen vom Isteiner Klotz.

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