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Pollenflug

Warum Pollengeplagte jetzt besonders leiden

Ergeht es Ihnen auch so wie mir? Derzeit herrscht im Schwarzwald ein heftiger Pollenflug. Die Bäume blühen besonders intensiv. Und dazu färbt der Löwenzahn die Wiesen in ein leuchtendes Gelb. Überall auf den Autos, Straßen und Ruhebänken hat sich ein gelbliches Pulver verteilt. Die Augen jucken und die Nase läuft.

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Schlechte Nachrichten für Pollenallergiker: Dieses Jahr haben wir wieder ein Mastjahr. Die Bäume blühen heftiger als sonst. Das ist für Allergiker nicht leicht. Typische Symptome wie eine laufende Nase und juckende Augen machen das Leben nicht gerade leicht. Die Ursache hierfür ist ein Phänomen, das als "Mastjahr" bezeichnet wird.

Mastjahre sind Jahre, in denen die Waldbäume viel stärker blühen als sonst. Denn nicht in jedem Jahr tragen sie gleich viele Früchte. Dass wir 2022 ein Mastjahr haben, liegt auch am vorigen Jahr. Denn 2021 war ein schwaches Pollenjahr. Besonders die Blüte von Esche, Birken und Eichen wirkt sich auf Allergiegeplagte aus. So ruht die Birke alle zwei jahre aus, um Energie fürs nächste Jahr zu tdanken. Ebenso blühen Ahorn, Ulme, Weide und Zitterpappel sowie Sträucher wie Hasel, Schlehe und Traubenkirsche. Und die Fichte erlebt sogar ein Rekordjahr ihrer Blüte. Der gelbe Pollenstaub wird sich auch noch in den kommenden Tagen und Wochen verbreiten und Parkbänke, Autos und Straßen überziehen, aber auch seinen Weg in die Wohnungen finden. Wer seine Fenster offen lässt, findet überall die gelben Tupfer.

Der Tipp

Mastjahre machen Pollenflugallergikern das Leben zusätzlich schwer. Jacken und Schuhe sollten schon vor der Wohnungstür ausgezogen werden und im Eingangsbereich verbleiben. Fenster sollten tagsüber geschlossen bleiben. Am besten, die Bekleidung nach dem Ausflug draußen wechseln, das Gesicht, die Hände und (abends) die Haare waschen. Eine Linderung stellt sich dann meist zügig ein.

Während Erle und Hasel sehr früh blühen (Februar und März) und sich allenfalls eine Nachblüte einstellt, steht derzeit die Hauptblütezeit von Esche, Birke und Eiche (bis Ende Mai) an. Die Nachblüte folgt dann im Juni.

Botaniker beobachten eine Häufung von Mastjahren. Waldbäume wie die Fichte sollten eigentlich in größeren Abständen zur Massenblüte ansetzen. Die Fichte hatte allerdings erst 2020 ein Rekordjahr. Das Stressblühen und Massenfruchten scheint eine Folge des Klimawandels zu sein.

Die warmen und trockenen Sommer begünstigen einen hohen Blütenansatz. Auch die Spätfröste, die durch den Klimawandel vermehrt auftreten, fördern ein Mastjahr im Folgejahr.

Die häufigeren Mastjahre bedeuten auch einen höheren Energiebedarf für die Bäume. Damit verkürzt sich ihre Erholungszeit. Die geschwächten Bäume sind anfälliger für Schädlinge wie Borkenkäfer.