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Römerbad in Hüfingen im Schwarzwald

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Wo schon die Römer badeten

Als in den Jahren 37 bis 45 n.Chr. der "Donaulimes" entstand, bildete das Kastell Hüfingen, das antike Brigobannis, seinen westlichen Abschluss. Seine Aufgabe war es, die Kreuzung der Donautalstraße mit der vom Hochrhein heraufführenden Straße, den Übergang über die Breg und das offene Grenzvorfeld der Baar zu überwachen. Es wurde bereits ca. 37 bis 41 n. Chr. gegründet. Im Schutz des Kastells wuchs eine Zivilsiedlung, ein vicus. Als die römische Grenze nach Norden vorverlegt wurde, zogen die großen Verkehrsströme nun weiter nördlich vorbei. Die Siedlung blieb jedoch über den Fall des Limes im Jahr 259/60 n. Chr. hinaus bestehen.

Grundriss  
1 Praefunium, 2 Caldarium mit Labrum, 3 Tepidarium, 4 Frigidarium mit Wasserbecken, 5 Apodyterium mit Wasserbecken, 6 Sudatorium

Das Badegebäude am Fuße des Galgenberges wurde zunächst für die Soldaten erbaut, nach deren Abzug um 101 n. Chr. aber von der Zivilbevölkerung genutzt. Die ganze Anlage misst etwa 19 mal 30 Meter. Sie kann aufgrund der verwendeten Ziegel der 11. Legion (Legio XI. Claudia Pia fidelis) datiert werden, die von 69 bis 101 n. Chr. in Vindonissa (Windisch) stationiert war. Damit ist das Bad eines der ältesten Kastellbäder nördlich der Alpen.

Es besaß alle Elemente eines antiken Thermengebäudes. Zunächst betrat man den Umkleideraum, das Apodyterium. Es weist, charakteristisch für Bäder des 1. Jahrhunderts n. Chr., ein großes gemauertes Becken auf. Anschließend ging man in das Tepidarium, einen ca. 25 Grad warmen Raum. Er diente der Akklimatisierung, in kleineren Bädern wie Hüfingen reinigten sich die Besucher hier mit Salböl und Schaber (Strigilis). Im nachfolgenden Cadarium waren Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit hoch. Im Ostteil des Hüfinger Caldariums ist der massive Unterbau der gemauerten Heißwasserwanne, des Alveus, erhalten.

Auf der Gegenseite stand auf einem gemauerten Sockel ein Kaltwasserbecken (Labrum). Caldarium und Pepidarium waren mit einem Fußbodenmosaik aus blauen und gelben Dolomitsteinchen ausgelegt. Im Kaltbad, dem Frigidarium, endete das Bad. Das Hüfinger Frigidarium besteht aus einem Hauptraum, an den in einer zweiten Bauphase bald nach der Errichtung des Bades ein etwa 1,5 Meter tiefes Badebecken angebaut wurde. Von außen floss das Wasser durch das Maul eines - erhaltenen - steinernen Löwenkopfes in das Becken. Im Hauptraum standen vermutlich weitere Kaltwasserwannen. Ein weiterer Raum mit hoher Temperatur war das Sudatorium, ein trocken-heißes Schwitzbad. Er ist in seinen kreisrunden Grundmauern in der NW-Ecke der Hüfinger Anlage erhalten.

Eine Voraussetzung der römischen Bäder war die Unterboden- und Wandheizung (Hypokaustum). Sie bestand aus einem Hohlraum unter den beheizten Baderäumen; in Hüfingen ist dieser Raum ca. 1,05 Meter hoch. Von einem Heizraum (Praefurnium) wurde der heiße Rauch in den hohlen Boden und in die Wände geleitet. Zuerst erwärmte er das Caldarium, dann etwas abgekühlt, das Tepidarium. In Hüfingen erkennt man deutlich die Grundplatten der Pfeiler, die den Fußboden trugen und zugleich den Hohlraum für die Heißluft bildeten.

Das antike Brigobannis wurde früh wiederentdeckt. 1605 berichtete Hans von Schellenberg von römischen Münzfunden und einem Ziegelmosaikboden in der Nähe des Hüfinger Galgenberges. 1820 konnte Andreas Buchner auf einer römischen Straßenkarte den Ort "Brigobanne" mit Hüfingen identifizieren. Karl Egon II., Fürst zu Fürstenberg, veranlasste daraufhin die Ausgrabung des Bades; die lateinische Inschrift über dem Eingang zum Schutzbau, dessen weites Dach den Scheunen der Baar nachempfunden wurde, erinnert daran.

Nach weiteren Ausgrabungen ließen sich Größe und Struktur der Siedlung und des Kastells Brigobannis präzisieren.

1991 bis 1995 wurde der inzwischen denkmalgeschützte Schutzbau saniert und die Thermenruine durch transparente Metall-Laufstege für die Besucher zugänglich gemacht.

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